Juni 11

Die Kuh

… eine Kuh schaute mich mit großen Augen an. Natürlich war es keine richtige Kuh, solch einen geräumigen Kühlschrank habe ich nicht in meinem Besitz, nein es war die gezeichnete Kuh auf der Milchtüte. Sie hatte ihr Haupt zu mir gedreht und ihr Maul weit aufgerissen, um mich in perfekten Hochdeutsch, ehrlich gesagt: Bayrisch hätte ich eher erwartet, anzusprechen. «Na, schon so früh auf? Kannst wohl nicht  schlafen, was?» Mir klappte vor Überraschung die Kinnlade herunter, «Mhm, ja –», stotterte ich. «Gut, mir wurde aufgetragen, dir auszurichten, dass du dich in den Wald begeben musst.» Ich nickte benommen und schloss den Schrank. Dann fiel mir ein, dass ich ja eigentlich Milch trinken wollte. Vorsichtig öffnete ich die Tür wieder. Diesmal sprach mich niemand an. Die Kuh auf der Verpackung lächelte eingefroren, so wie es sich für eine glückliche Kuh gehörte. Argwöhnisch griff ich nach der Milch, nahm sie heraus und schloss den Kühlschrank wieder. Erfreut, dass nichts weiter passierte, drehte ich mich entspannt um und erstarrte … 

Juni 8

Zu früh, um aufzustehen

Ich klaubte meinen Wecker vom Boden auf, der beim Sturz aus dem Bett mit runter gerissen worden war. Ein kurzes Lauschen am Gehäuse verriet mir, dass er die ungnädige Behandlung heil überstanden hatte. Es war erst ein paar Minuten nach fünf Uhr; um diese Zeit stand ich normaler Weise noch nicht auf. Nun aber schon einmal auf den Beinen, lief ich in die Küche, um mir dort ein kaltes Glas Milch zu gönnen. Ich öffnete den Kühlschrank und zuckte erschrocken zurück …

Juni 4

Die Forderung

«In den Wald du gehen musst!» Ich zog meine Augenbrauen zusammen, was sollte das heißen? Ich stand auf einer Eisscholle und die Stimme verlangte von mir, dass ich in den Wald dackeln sollte? Ich schaute mich nach allen Seiten um, konnte aber beim besten Willen nicht sehen, wer da mit mir sprach. «Hey, warum zeigst du dich nicht?», rief ich und kam mir dabei selbst total bescheuert vor. «Hörst du nicht? Du musst in den Wald gehen!» Wieder wandte ich mich nach allen Seiten um; die Eisscholle wankte dadurch gefährlich. «Ich werde nirgends hingehen, wenn du dich nicht zeigst!» Diesmal schrie ich meine Antwort. Aber wer auch immer mit mir gesprochen hatte, ich bekam keine Reaktion mehr. «Ganz toll, jetzt hänge ich hier auf einer Eisscholle fest», murmelte ich. Wie komme ich hier wieder runter? Die Lösung für dieses Problem kam wenige Sekunden später: Eine Welle erhob sich unweit von mir und die große Finne eines Orcas jagte auf mich zu. Kaum, dass der riesige Wal neben mir ankam, hob er seine Flosse und schubste mich von meiner kleinen Scholle. Ich schrie laut auf und stürzte ins Wasser.

Juni 3

Der Traum

So war es dann auch kein Wunder, dass ich von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, man kann fast sagen: von Tag zu Tag, immer dicker und träger wurde. Es ging soweit, dass ich am Wochenende zu faul war, um aus dem Bett zu steigen. An einem dieser gammligen Sonntage träumte ich etwas seltsames: Ich stand auf einer Eisscholle, um mich herum war nichts als Schnee, da hörte ich ein leises Wispern. Ich konnte nicht erkennen, von woher die Stimme kam, und ich hatte anfangs Schwierigkeiten, die Sprache zu verstehen, die in mein Ohr geflüstert worden, doch mit einmal verstand ich sie! Die Worte lauteten: 

Juni 2

Es war nicht immer so

Abenteurer war ich allerdings nicht immer. Mein Leben war so wie bei vielen anderen, sagen wir, einfach nur langweilig. Ich saß von 8 bis 17 Uhr im Büro und schrieb Zahlen auf. Zahlen, die mich ehrlich gesagt überhaupt nicht interessiert haben. Dann ging es nach Hause, wo ich mich vor den Fernseher setzte und mir Sendungen an sah, die mich ebenfalls nicht interessierten. Die einzige Freude in meinem Leben war meine Katze Gino. Doch vor genau einem Monat ist dann etwas passiert. (Was? Da erzähl ich euch das nächste Mal)

Juni 1

Wer bin ich?

Da war ich wohl etwas vorschnell mit meiner Veröffentlichung. Der Anstand gebietet mir, mich erst einmal vorzustellen. Mein Name ist Wito Wolf und ich bin Abenteurer. Mit diesem Block möchte ich euch teilhaben lassen an meinen Reisen und Entdeckungen. Wie ich schon geschrieben habe, als nächstes werde ich an den Nordpol reisen. Warum und wieso? Das werde ich euch das nächste Mal erzählen.